Wann, wenn nicht im Auto kann ich endlich wieder Radio hören. Gestern, als ich ganze 45 Minuten in der Kälte warten musste, hat es sich gelohnt: Ich hörte, dass “ganz Polen trauere, weil die Lyrikerin Wislawa Szymborska gestorben sei. Ich hörte, dass Fahnen vor öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gesetzt worden wären – und war überrascht.
Überrascht darüber, dass ein Land über den Tod einer Literatin, die Gedichte veröffentlicht hat, dermaßen trauert. Gedichte, wurde mir klar, sind wesentlich bedeutender als es die Verkaufszahlen von Gedichtbänden vermuten lassen. Ist nicht auch der Literaturnobelpreis 2011 an den einem breiten, internationalen Publikum vorher nicht sehr bekannten norwegischen Literaten Tomas Tranströmer vergeben worden?
Polen, so wurde mir klar, kenne ich viel zu wenig. Wislawa Szymborska leider auch gar nicht. Nachrufe in der deutschsprachigen und amerikanischen Presse machen mir aber klar, dass ich in meinem Leben Gedichten viel mehr Raum widmen werde wie bisher. Leider habe ich diese sehr sympathische Frau (Google Bilder) erst nach ihrem Tod kennen gelernt.
