Workshop “Kopieren erwünscht” am Didaktiktag der FH JOANNEUM

Elmar Krajnc und John Feiner (Studiengang Internettechnik) luden zu einem Workshop mit einem für mich provokativen Titel: “Kopieren erwünscht. Copy & Paste, das didaktische Konzept der Zukunft?”

Erstaunlich schon der Beginn: Die ca. 20 TeilnehmerInnen des Workshops fanden auf Anhieb 17 positive Attribute und nur 11 negative für das Prinzip des Copy & Paste. Außerdem, so der Befund der Workshopleiter basierend auf einer kleinen Umfrage bei Praktikern, sei Copy & Paste heute ein must – woraus folge, dass der Umgang damit gelehrt werden muss, Copy & Paster Education daher unabdinglich sei.

In einem kleinen Beispiel (einem Webdesign, das wir als Themenfremde mit Copy & Paste von Codebausteinen bauen sollten) wurde schnell klar, dass für den wirksamen, sinnvollen Einsatz von Copy & Paste Voraussetzungen unbedingt gelten müssen:

  • Welches Wissen wird vorausgesetzt?
  • Wo bleibt die Kreativität?
  • Wie gehe ich mit Quellen um?
  • Wann ist etwas ein Plagiat?
  • Ausreichendes Grundlagenwissen ist notwendig.
  • Die Frage der Lizenz muss geklärt sein (open source und creative commons).
  • Einsatz von Online Plagiate Finder – wie und mit welchen Konsequenzen?

Ganz wichtig erschien den Teilnehmern die Tatsache, dass Copy & Paste Education bei dem vorbildlichen Umgang der bzw. des Lehrenden beginnt.

Nachlese zum Didaktik-Tag der FH JOANNEUM

Am 19. November 2009 veranstaltete die FH JOANNEUM den zweiten Didaktiktag – einen Austausch zwischen den hier angestellten Lehrenden mit gewissem Input von außen. Im vergangenen Jahr war Martin Lehner Gast, sein Thema war die Problematik um die notwendige Verkürzung von Lehrinhalten in wenig Zeit. Damals fand ich keine Zeit hinzugehen.

Diesmal betraf mich das Thema im Innersten: Als Gast eingeladen war Prof. Horst Siebert, ein ausgewiesener Experte für “Konstruktivistisch lehren und lernen” – so lautete auch der Titel eines Seminars am Freitag nach dem Didaktiktag (darüber berichte ich an anderer Stelle).

Ich fand den Ideentisch zum Teaching Portfolio von Hans-Georg Frantz (einem der Organisatoren des Tages) besonders interessant und würde mir wünschen, dass wir an der FH JOANNEUM generell mehr Wert und Gewicht auf die Qualität der Lehre legen und wesentlich stärkeren Austausch darüber führen.

Ein ernstgemeintes Teaching Portfolio ist ein Instrument der Qualitätssicherung und gleichzeitig auch eines der Präsentation. Außerdem stellt es die studentische Evaluierung von LVs in einen reflexiven Zusammenhang, verbindet die für den Lehrenden also externe Evaluierung mit seiner eigenen Einschätzung und eröffnet so die Möglichkeit zur Entwicklung.

Meiner Meinung nach sollten wir die Erstellung eines persönlichen Teaching Portfolios unterstützen und seine Veröffentlichung auf oder mit der Hompage der FH verlinkt aktiv fördern. Wenn geht, auch auf Englisch. Das würde der Internationalisierung dienen.