Kopieren statt studieren

Heute habe ich die Idee des Workshops am Didaktiktag bei uns weitergedacht (siehe dazu früheren Blogeintrag) und dazu auch einen Blogeintrag im Lernland der TU Graz verfasst (für einen eLearning-Kurs bei Martin Ebner).

Was mich dabei gerade umtreibt, ist eine radikale Sichtweise:

Copy & Paste Didaktik gehört zum neuen Lehren genauso wie eLearning, davon gehe ich aus.

Ich folgere aus diesen Prämissen, dass sowohl Studierende als auch Lehrende angehalten sind, mit diesen Gegebenheiten umgehen zu lernen und sie in weiterer Folge kompetent einzusetzen. Zusätzlich zu fachspezifischen Grundlagentexten, die gekonntes Lesen erfordern, und Grundlagenfertigkeiten, die Übung auch und vor allem abseits des Copy & Paste oder eLearning erfordern.

Kommunikationsstudierende wie -lehrende haben es einfacher oder schwerer als andere: In ihrem Fall überlappt sich Fachspezifisches mit eLearning und Social Media. Da fällt gegenüber anderen Disziplinen vielleicht mengenmäßig etwas weg. Dafür ist die Versuchung viel größer, vollständig ins Copy & Paste zu verfallen, weil man ja schließlich alles, was irgendjemand schon mal gesagt und geschrieben hätte, im Internet finden könnte.

Das ist meiner Meinung nach ein Trugschluss. Bücher zu lesen und sich anhand der dort zu findenden durchgedachten und in sich stimmigen Gedankenwelten von Leuten, die sich Zeit dafür nahmen und nehmen, selbst Orientierung zu verschaffen, um dann von dort aus wieder weiter zu denken; mal ein theoretisches Gedankengebäude in seiner Tiefe zu durchschauen, um dann mit Teilen daraus etwas Neues, Anderes zu schaffen; oder auch vielleicht einfach mal über eine in büchern erschaffene Welt zu staunen – diese alte, jahrhunderte alte studentische Praxis macht das Studieren mindestens ebenso aus wie die neuen Prinzipien. Auch darauf sollten sich Lehrende und Studierende einstellen.